Die Rechtschreibreform ging nicht weit genug



 

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Die Rechtschreibreform brachte leider keine Vereinfachung.
Ich hatte mir von der Rechtschreibreform eine tatsächliche Vereinfachung erhofft. In unserer deutschen Tradition wurde viel von Reform und Vereinfachung der deutschen Schreibweise gesprochen, während man die Rechtschreibung in Wahrheit nur verändert hatte. Ich hätte mir erhofft, dass das "Scharfe S" bzw.  "Eszett" ganz abgeschafft wird. Als ich mit einem Schweizer über die Änderung der Regeln für "ß" und "ss" gesprochen hatte sagte er mir, das Problem hätten sie nicht. Ich frage mich jedoch weshalb die Kultusminister der deutschen Bundesländer mit Schweizern und Österreichern eine gemeinsame Änderung der Rechtschreibung beschließen und doch alles unterschiedlich ist.
In der Schweiz wurde schon in den Fünfziger Jahren das Scharfe S durch " ss" ersetzt. Ich finde dies auch sinnvoll, da es insbesondere für Kinder oder Ausländer, welche die deutsche Sprache lernen müssen sehr verwirrend ist, wenn bei der Schreibung in Großdruckbuchstaben aus einem "ß" ein "SS" wird.
Ebenso wäre es eine Vereinfachung, die Groß- und Kleinschreibung an den Rest der Welt anzupassen und alles außer Eigennamen klein zu schreiben.

Das wäre eine Reform, die auch ältere Mitmenschen verstehen. Wenn sie jedoch aus traditionellen oder nationalen Gründen nicht auf das "ß" verzichten wollen ist wieder etwas anderes. Es würde mich auch interessieren, welche Leuchte auf die Idee gekommen ist, bei der Anrede einen Unterschied zwischen "Sie" und "du" zu machen. Ich persönlich habe vor einem Menschen, den ich duze ebenso Respekt wie einen den ich sieze. Wenn man unbedingt in der Anrede etwas ändern will, dann könnte man maximal beides klein schreiben.

Ausländer, die deutsch lernen wollen bzw. müssen haben mit Präpositionen und anderen Stolpersteinen der deutschen Grammatik, sowie mit den Umlauten genügend zu kämpfen. Einer der Gründe weshalb sich Englisch in der Welt als Universalsprache durchgesetzt hat ist deren Einfachheit.
Für mich ist die Schrift nichts anderes als geschriebene Sprache, die allerdings Normen benötigt, um sie leichter lesen zu können. Darüber hinaus sollte sie nicht künstlich verkompliziert werden. Es darf nicht sein, dass man ein Sprachstudium benötigt, um die eigene Muttersprache schreiben zu können. Früher schrieb die Bildungselite Latein, während das einfache Volk von geschriebener Sprache und damit von der Möglichkeit sich selbst mittels Büchern zu bilden ausgeschlossen war. Heute will offensichtlich eine auf Sprache spezialisierte Elite verhindern, dass alle in Deutschland lebende Menschen korrekt schreiben können. Ich bin nicht gegen Reformen, um etwas zu vereinfachen und um somit Zeit und Geld zu sparen. Das Rechtschreib Reförmchen erscheint mir wie aber eine ABM Maßnahme auf höchstem Niveau. Wenn den Germanisten die deutsche Sprache zu einfach wird, so haben sie immer noch die Möglichkeit andere Sprachen wie beispielsweise Chinesisch zu lernen.

Wieder zur alten Rechtschreibung zurückzukehren empfinde ich der Generation gegenüber als unfair, die seit Jahren mit der neuen Rechtschreibung Lesen und Schreiben lernt. Die Entscheidung des Springer Verlags nach Jahren wieder zur alten Schreibweise zurückkehren zu wollen empfinde ich als blanken Populismus und ist bestenfalls dazu geeignet das Sommerloch zu füllen, aber ansonsten irrsinnig. Wenn, dann hätte sich der Springer Verlag von Anfang an querstellen müssen, um die Änderung der Schreibweisen im Vorfeld zu verhindern.

Weiter reformieren, damit`s auch mit den Alten klappt. (Vorsicht, der Apostroph ist ein Rechtschreibfehler, den man so spricht, der aber aus der Rechtschreibung eliminiert gehört)
Ich bin der Meinung, dass eine komplizierte Rechtschreibung reine Zeitverschwendung ist. Schrift ist lesbare Sprache und darf kein Selbstzweck für intellektuelle Spinner sein. Es mag zwar so manche geben, die von einer komplizierten Rechtschreibung leben, was jedoch meines Erachtens eine Pervertierung der Sprache bedeutet. Diese Sprachwissenschaftler sollten sich über eine einfache Erklärung der Deutschen Grammatik, die pures Chaos ist Gedanken machen oder andere Sprachen lernen um sich zu beschäftigen.

Die deutsche Rechtschreibung gehört weiter reformiert, damit auch die Alten damit klarkommen ohne zu meckern. Anrede immer groß oder immer klein, Groß- und Kleinschreibung wie im Rest Europas, Einführung eines Apostroph an Stellen, an denen man beim Sprechen sowieso abkürzt, sowie die Abschaffung des SZ, da es überflüssig ist wie ein Kropf. Ansonsten sollte man insbesondere bei Fremdwörtern mehr Varianten zulassen. Ich hätte kein Problem statt Büro auch Bureau zu schreiben.
Ebenso sollte man sagen dürfen, dass man jemanden etwas gelernt hat. Es ist grammatikalisch richtig ist zu sagen man habe jemanden etwas "gelehrt", doch hört es sich ziemlich seltsam und kompliziert an. Solche Klippen werden gerne mit "beibringen" umschifft, was dann unnötig wäre.
Es ist Zeit- und damit Geldverschwendung, wenn man immer wieder Wörter nachschlagen muss, um sich keine Blöße zu geben. Ökonomisch gesehen ist eine komplizierte Rechtschreibung ein Luxus, den wir uns nicht leisten sollten. Seit es Schrift gibt, gab es immer wieder Veränderungen.

 

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